SPD Main-Kinzig
SPD-Kreistagsfraktion

Meldung:

21. September 2017

Milchkühe, Roboter und Speiseeis – Landwirtschaft 4.0 im Main-Kinzig-Kreis

SPD-Kreistagsfraktion besuchte den Fleckenhof Hölzer und Jost in Sinntal-Oberzell – ein moderner Milchviehbetrieb mit Direktvermarktung von Speiseeis
+Vertreter der SPD-Kreistagsfraktion gemeinsam mit Erster Beigeordneter Susanne Simmler und Bürgermeister von Sinntal Carsten Ullrich zu Besuch am Fleckenhof in Sinntal-Oberzell

Auf „Landpartie“ begaben sich kürzlich Vertreterinnen und Vertreter der SPD-Kreistagsfraktion und besuchten den Fleckenhof Hölzer und Jost in Sinntal-Oberzell. Begleitet wurden sie von der Ersten Kreisbeigeordneten und Dezernentin für Landwirtschaft, Susanne Simmler, Sinntals Bürgermeister Carsten Ullrich und dem Landtagsabgeordneten und landwirtschaftspolitischen Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion, Heinz Lotz. Überrascht und gleichzeitig angetan waren die Besucherinnen und Besucher der SPD-Kreistagsfraktion, als sie den modernen Boxenlaufstall mit Außenlaufhof, in dem 93 Milchkühe der Rasse Fleckvieh ganzjährig in Gruppenhaltung untergebracht sind, betraten. Ein knallroter, runder Roboter bewegte sich leise durch die Stallgasse und schob das Futter in Reichweite der Tiere. 

„Sieben Mal pro Tag ist der rote Futteranschieber, der sich über Lasersteuerung seinen Weg selbstständig sucht, im Einsatz. Das erspart uns eine Menge Arbeit und verhindert längere und ungesunde Fresspausen für die Tiere“, erklärt Bäuerin Kirstin Jost. Ihr Lebensgefährte Heiko Hölzer ergänzt direkt: „Bis zu vier Mal täglich suchen die Kühe einen der beiden Melkroboter auf und geben dabei jeweils zwischen neun und elf Litern Milch. Jedes Tier trägt einen individuellen Responder, über den es von der computergesteuerten Anlage erkannt wird. Bei den einzelnen Melkvorgängen werden die aktuellen Daten jeder Kuh erfasst und unmittelbar gespeichert. Anschließend gibt es Kraftfutter, was natürlich auch einen Anreiz dafür schafft, dass der Melkroboter aufgesucht wird. Zwischen zwei Melkvorgängen liegen sechs Stunden Pause. Überwachen können wir die Vorgänge im Stall von zu Hause aus am PC. Über Handy erhalten wir darüber hinaus etwaige Störungsmeldungen vom Computer im Kuhstall, was eine nahezu permanente Anwesenheit, die in früheren Zeiten durchaus notwendig war, nicht mehr erfordert“. 

Für den Umstieg auf die sogenannte Landwirtschaft 4.0 haben sich Kirstin Jost und Heiko Hölzer bereits im Jahr 2015 entschieden. Errichtet haben sie den Boxenlaufstall, der mit modernster Technik ausgestattet ist und insgesamt 120 Milchkühen Platz bieten kann, mit einer Investitionssumme von rund 10.000 Euro pro Kuh. „Wir wollten unseren Betrieb vergrößern und einerseits weg von der bis dahin traditionellen Anbindehaltung aber andererseits auch mehr Flexibilität in Bezug auf unsere Arbeitszeit erreichen“, erklären die Landwirte ihren Schritt. 

Nach einem gemeinsamen Rundgang durch den Betrieb und der Demonstration eines Melkvorgangs wurden die Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten noch mit Hausmacher Wurst und einer üppigen Auswahl an hausgemachtem Speiseeis verköstigt. Mit sichtlichem Stolz berichtete Kirstin Jost, dass auf dem Fleckenhof bereits seit dem Jahr 2006 Speiseeis hergestellt wird. „Wir sind sogenannte Selbstvermarkter und produzieren inzwischen zusammen mit drei Mitarbeiterinnen rund 35.000 Liter Eis pro Jahr, das wir in 12 bis 14 Geschmacksrichtungen anbieten. 2007 sind wir dem Landmarkt beigetreten und beliefern heute Gastronomie, Hofläden sowie 45 Lebensmittelmärkte in einem Gebiet zwischen Fulda, Darmstadt, Lich und Frankfurt am Main. Anfangs wurden wir für unsere Idee schon auch belächelt, heute zeigt uns der Erfolg, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben“. 

„Die Digitalisierung landwirtschaftlicher Produktionsprozesse ist durch Ihren Betrieb auch im Main-Kinzig-Kreis angekommen. Sie nehmen eine besondere Stellung ein, weil Sie sehr eindrucksvoll zeigen, dass damit durchaus Vorteile für die Landwirte mit Tierwohl fördernden Haltungsformen verbunden werden können“, attestierte Susanne Simmler, die den Landwirtschaftsbetrieb Fleckenhof schon häufig besuchte, abschließend den beiden Landwirten.


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