
Hintergrund: Die Kassenärztliche Vereinigung hatte Hessens einwohnerstärksten Landkreis bei der Neuorganisation der flächendeckenden pädiatrischen Bereitschaftsdienstbezirke zunächst nicht berücksichtigt. Als Folge hätten Eltern aus dem Main-Kinzig-Kreis außerhalb der Sprechzeiten niedergelassener Ärzte mit ihren erkrankten Kindern bis nach Offenbach oder Fulda fahren müssen. Umgehend nach Bekanntwerden ihrer Pläne hatte Landrat Erich Pipa ein Umdenken der KV gefordert. Er verwies auf die rund 9.000 Kinder und Jugendlichen, die jährlich in der Kinder-Notaufnahme in Gelnhausen behandelt werden im Wesentlichen außerhalb der Sprechstundenzeiten niedergelassener Ärzte. Pipa setzte sich an die Spitze der Protestbewegung gegen die KV-Pläne und initiierte eine Unterschriftenaktion für die Einrichtung eines kinderärztlichen Bereitschaftsdienstes für den Main-Kinzig-Kreis in Gelnhausen. Nach Angaben des Landrates unterzeichneten weit über 30.000 Menschen online oder auf ausgelegten Unterschriftenlisten. Auch die Stadt Gelnhausen beteiligte sich an der Aktion und legte Unterschriftenlisten aus.
Es war wichtig und richtig, die Öffentlichkeit umgehend zu informieren. Da ist binnen kurzer Zeit eine regelrechte Bürgerinitiative entstanden, die die Petition rasch so erfolgreich gemacht hat, lobt Thorsten Stolz das hohe Maß an Bürgerengagement, ohne dass die KV wohl kaum ihre ursprünglichen Pläne revidiert hätte. Für den Landratskandidaten eine beispielhafte Initiative: Das Zusammenspiel von Bürgerengagement und Kommunalpolitik hat dazu geführt, dass die Kassenärztliche Vereinigung ihre ursprüngliche Entscheidung überdacht hat. Das ist ein schönes Beispiel dafür, was Bürger und Kommunalpolitiker erreichen können, wenn sie gemeinsam an einem Strang ziehen.
Aber auch im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung der Main-Kinzig-Kliniken sei die Genehmigung der KV wichtig. Die ursprünglich geplante Nicht-Anerkennung als Standort eines kinderärztlichen Bereitschaftsdienstes hätte gegenüber den anerkannten Standorten einen wirtschaftlichen Nachteil bedeutet. Genau das war nicht zu akzeptieren, denn die Main-Kinzig-Kliniken gewährleisten eine wohnortnahe Versorgung über das eigentliche Kreisgebiet hinaus. Auch vor diesem Hintergrund bin ich sehr froh, dass die KV ihre Entscheidung noch einmal überdacht hat, so Thorsten Stolz abschließend.